http://bzp2013.is-lab.ch

 

 

Im Dialog mit sich selbst

Silas Ackermann muss sich im Spitalalltag auf der Inneren Medizin den Durchblick richtiggehend erkämpfen. Damit das gelingt, setzt der diplomierte Pflegefachmann HF gezielt auf Selbstreflexion.


Silas Ackermann stellt sich den Herausforderungen. Das gilt auch für Situationen, die nicht einfach zu meistern sind. Zum Ausdruck kommt dies ganz besonders, als der angehende Pflegefachmann HF während des letzten Ausbildungspraktikums auf der Inneren Medizin eines Akutspitals an seine Grenzen stösst. «Ich war anfangs ziemlich überfordert», erinnert sich der 25-Jährige. Die vielen Informationen und die komplexen Aufgaben hätten es ihm verunmöglicht, Prioritäten zu setzen und den Alltag zu strukturieren. Silas Ackermann entwickelt «den Tunnelblick», wie er sagt und realisiert, dass er sich in Einzelheiten verliert anstatt den Blick aufs Ganze zu richten. «Das war unbefriedigend», so sein Fazit. Also beschliesst er, der Sache auf den Grund zu gehen – und sucht den Dialog mit sich selbst. 


Die Kommunikation verbessern

Jeweils nach der Schicht, wenn er zu Hause ankommt, lässt Silas Ackermann den Tag nochmals in aller Ruhe Revue passieren. «Was ist heute gut gelaufen – und was schlecht?», fragt sich der Studierende. Dabei fokussiert er einzelne Patientensituationen und realisiert, dass die Verständigung zwischen den verschiedenen Berufsgruppen gelegentlich mangelhaft war. «Mir wurde beispielsweise klar, dass ich mich in einem konkreten Fall besser mit der Physiotherapeutin hätte absprechen müssen», sagt er. In einer anderen Situation sei es die fehlende Rücksprache mit den Teamkollegen gewesen. Ihm wird bewusst, wie zentral die Kommunikation im beruflichen Alltag ist. Aus diesem Prozess der Selbstreflexion gewinnt Silas Ackermann nicht nur Einsichten, sondern entwickelt auch konkrete Arbeitsinstrumente, die ihm den Dienst zunehmend erleichtern. So nimmt er etwa ein Blatt Papier zur Hand und zeichnet auf, wie er den nächsten Tag organisieren und strukturieren will. 


Das Unmögliche möglich machen

Nebst gezielter Analyse vertieft Silas Ackermann auch sein theoretisches Wissen. «Die Arbeit auf einer medizinischen Abteilung ist äusserst anspruchsvoll», erklärt er. Deshalb studiert er in seiner Freizeit Fachliteratur und eignet sich neues Wissen an. Sein Ehrgeiz hat ihn dazu angetrieben, lässt er verlauten. Denn eines ist für ihn klar: «Ich will besser werden!» Nie ist es für ihn ein Thema gewesen, den Bettel hinzuschmeissen oder davonzulaufen. Ganz im Gegenteil: Silas Ackermann schliesst seine Ausbildung mit Erfolg ab und bewirbt sich anschliessend für eine Stelle auf der Inneren Medizin. Dort widmet sich der diplomierte Pflegefachmann HF dem täglichen Fachaustausch und er hat neue Aufgaben übernommen – ganz nach dem Motto: «Ich mag es, im Leben Unmögliches möglich zu machen.»