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Stets an ihrer Seite

Tamara Röthlisberger hat im Ausbildungspraktikum ihre Kenntnisse vertieft und gelernt, wie wichtig es ist, die Zusammenhänge zu sehen. An ihrer Seite war Berufsbildnerin Melanie Berger. Sie begleitete die Studierende mit Herzblut. 


Der Ernstfall fühlt sich anders an als das Training. Das spürt Tamara Röthlisberger deutlich, als sie am Spitalbett steht und zum ersten Mal einem Patienten Blut nehmen soll. «Ich war nervös» erinnert sich die 24-Jährige. Wie gut, dass in diesem Moment Berufsbildnerin Melanie Berger an ihrer Seite steht. «Ihre ruhige und kompetente Art hat mir Sicherheit gegeben», so Tamara Röthlisberger. Zwar muss die Berufsbildnerin der Praktikantin mit dem Heftpflaster aushelfen, doch der Einstich gelingt Tamara Röthlisberger auf Anhieb. «Das war ein grosses Erfolgserlebnis», sagt sie rückblickend. Diese Situation liegt schon eine Weile zurück: Inzwischen hat Tamara Röthlisberger die Ausbildung am BZ Pflege zur diplomierten Pflegefachfrau HF abgeschlossen. An ihr erstes Praktikum am Spital Thun erinnert sie sich jedoch gerne: «Es war ein Glücksfall», sagt sie. «Dank der Begleitung von Melanie Berger habe ich mir sehr viel Wissen aneignen können, von dem ich bis heute profitiere.» Wesentlich dazu beigetragen habe die liebevolle und dennoch klare Haltung, mit welcher ihr die Berufsbildnerin stets begegnet sei. «Es war ein guter Boden, um Entwicklungsschritte zu machen.»


Der gute Geist

Berufsbildnerin Melanie Berger freut sich über dieses Feedback. Die 33-jährige diplomierte Pflegefachfrau HF arbeitet seit 12 Jahren am Spital Thun. Seit drei Jahren ist sie auf der Inneren Medizin vollberuflich für die Auszubildenden zuständig, und zwar «mit Herzblut», wie sie sagt. «Ich bin gerne für die Studierenden da und zeige ihnen Handlungsmöglichkeiten auf», so Melanie Berger. Die Berufsbildnerin betont gleichzeitig, dass der Lernprozess bei jeder Person unterschiedlich sei und somit verschiedene Wege zum Ziel führten. Diese individuelle Begleitung erfordert Geduld, die in der Hektik des Spitalalltags gelegentlich schwierig aufzubringen ist. Melanie Berger scheint damit aber gut klarzukommen: «Sie hat nie die Ruhe verloren», sagt Tamara Röthlisberger über ihre ehemalige Berufsbildnerin. Im Gegenteil: Ihre unaufdringliche Präsenz habe sich in der Klinik wie «ein guter Hausgeist» angefühlt.


Der Wissensdurst

Melanie Berger weiss aus eigener Erfahrung wie anspruchsvoll es ist, die Theorie in die Praxis umzusetzen – oder anders gesagt: «Das Lehrbuch am Patientenbett anzuwenden.» Deshalb ermutigt sie die Studierenden immer wieder, Fragen zu stellen, auch wenn es zum hundertsten Mal ist. «Durch das Erklären lernt man», ist die Berufsbildnerin überzeugt. Auch Tamara Röthlisberger hat von diesem Angebot Gebrauch gemacht: «Sie wollte von Anfang den Kontext verstehen und hat das Wissen aufgesogen», erinnert sich Melanie Berger. Der Lerneffekt ist rasch eingetreten. «Tamara hat die Zusammenhänge erkannt und vernetzt denken gelernt.» Diese Kompetenz nimmt die junge Berufsfrau nun mit in die Praxis und strahlt gegenüber den Patientinnen und Patienten Sicherheit aus.»



Bezugsperson von Tamara Röthlisberger


Name

Melanie Berger


Jahrgang

1983


Arbeitgeber

Spital STS AG Thun


Funktion

Berufsbildnerin Pflege, 80 Prozent


Werdegang

Vorkurs für Pflegeberufe (NOSS Spiez), DN I, anschliessend DN II berufsbegleitend am Spital Thun, Fachkurs für Praxisausbildnerinnen BFH und fachspezifische Weiterbildungen, 7 Jahre als diplomierte Pflegefachfrau HF und Berufsbildnerin und seit 3 Jahren ausschliesslich als Berufsbildnerin am Spital Thun tätig


Berufsbildung heisst für mich

Die Lernenden und Studierenden so annehmen, wie sie sind, sie individuell fördern und fordern, sie im Lernprozess begleiten und mit einem grösseren Rucksack an Wissen, Erfahrung und Kompetenzen wieder entlassen


Was ich im Leben mag

Ich geniesse die Zeit in der Natur, sei es auf einer Wanderung, einer Biketour, einem Spaziergang oder im Garten. Ausserdem mag ich Tiere und das Zusammensein mit meiner Familie und Freunden – und ich koche gerne


Mein Motto

Man kann nicht alles können, aber alles lernen. Glaube an dich und hab Freude an dem, was du tust