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Im Doppelpack zur diplomierten Pflegefachfrau HF

Die Geschwister Röthlisberger haben den Pflegeberuf im Blut: Tamara (22) und ihre Zwillingsschwester lassen sich beide zur diplomierten Pflegefachfrau HF ausbilden. Beide studieren am BZ Pflege, welches diese Ausbildung an zwei Standorten anbietet – in Bern und in Thun.

Als sich Tamara Röthlisberger für die Ausbildung am BZ Pflege anmeldet, hat sie erhebliche Zweifel. Reicht ihr Vorwissen? Wird sie die Ausbildung schaffen? Wie wird sie sich im Umgang mit all den neuen pflegetechnischen Anwendungen schlagen? Zwar hat Tamara zu diesem Zeitpunkt bereits eine Ausbildung zur Fachfrau Betreuung (FaBe) abgeschlossen, doch sie hat grossen Respekt vor dem, was auf sie zukommt. „Vor allem der Ausblick auf das Praktische, auf Punktionen, Infusionen, das stellte zuerst eine grosse Hemmschwelle für mich dar", sagt sie im Rückblick. Heute aber sieht alles anders aus.

Es ist ein Donnerstagnachmittag im Spital Thun. Im dritten Obergeschoss des Hauses F bereitet sich Tamara Röthlisberger auf eine Blutentnahme vor. Sie tritt an ein Spitalbett, stellt sich vor, erklärt, was sie nun machen wird, und wendet sich dem Arm der jungen Patientin zu. Sobald sie eine geeignete Vene ausgewählt hat, legt sie das benötigte Material bereit, desinfiziert ihre Hände, zieht Handschuhe an und beginnt, das Blut mittels Stauschlauch zu stauen. Dann punktiert sie die Vene mit der Kanüle, aspiriert das Blut und füllt eine Monovette. Die Stauung wird gelöst, Kanüle und Monovette werden entfernt, ein Pflaster bedeckt die Wunde. Alles hat im ersten Anlauf geklappt. Tamara lächelt. Angst vor Punktionen? „Unterdessen mache ich das richtig gerne", sagt sie. Seit dem Beginn ihres Praktikums im Spital Thun vor fünf Monaten hat sie grosse Fortschritte gemacht.

Unterstützung von der Zwillingsschwester

In ein paar Wochen kehrt Tamara für das dritte Semester an das BZ Pflege zurück. Sie absolviert die Ausbildung zur dipl. Pflegefachfrau HF. Das Spital Thun ist die erste von drei Stationen in der Praxis. Ursprünglich hat sich Tamara zur Fachfrau Betreuung mit Schwerpunkt Behinderte ausbilden lassen, suchte dann in diesem Bereich eine höhere Ausbildung. „Weil es das aber nicht gibt, habe ich temporär in einem Pflegeheim gearbeitet und bin dann auf das BZ Pflege gestossen", sagt sie. Über die Ausbildungsmöglichkeiten liess sie sich aus erster Hand informieren: Ihre Zwillingsschwester ist ausgebildete Fachfrau Gesundheit (FaGe) und absolvierte die zweijährige, verkürzte Ausbildung am BZ Pflege und war begeistert davon. „Sie hat mir die Ausbildung empfohlen und jetzt kann ich von ihren Erfahrungen profitieren", sagt Tamara. „Wir tauschen uns aus und unterstützen uns gegenseitig beim Lernen."

Standort Thun – klein, aber fein

Tamara wusste schon früh, dass sie etwas mit Pflege machen will. „Es ist die Herausforderung, die mir gefällt", sagt sie. „Jeden Tag kommst du zur Arbeit und weisst nicht genau, was dich erwartet." Dass Pflege kaum zur Routinearbeit werde, sei ein riesiger Vorteil, ebenso der ständige Kontakt mit den Menschen. Nach der FaBe-Ausbildung hat Tamara gemerkt, dass sie gerne mehr Verantwortung übernehmen möchte, genauer wissen möchte, weshalb eine Person wie reagiert, weshalb sie welche Symptome aufweist. „Ich wollte unbedingt weiterlernen", sagt sie. „Da hat sich das BZ Pflege natürlich angeboten." Anders als ein Grossteil ihrer Mitstudierenden besucht Tamara die Schulsemester aber nicht am Standort in Bern, sondern in Thun, ganz nahe des Spitalzentrums. „Man grüsst sich und kennt auch alle irgendwie", umschreibt Tamara die Stimmung in Thun. „Es ist alles viel kleiner und familiärer als in Bern." Dass es in Thun relativ wenig Studierende pro Lehrperson hat, schätzt Tamara sehr. Studierende und Lehrpersonen begegnen sich häufiger, treten in Kontakt und Gespräche ergeben sich spontan. Zudem hebt Tamara die technischen Möglichkeiten des BZ Pflege positiv hervor: Über eine Studierendenplattform können Lernmaterialien heruntergeladen werden, Unterlagen ausgetauscht werden und der Papierverbrauch wird so möglichst minimiert. „Man vergisst viel seltener etwas zu Hause", sagt Tamara. „Wenn ich den Laptop dabei habe, reicht das meistens." Ebenso kann man die E-Learning-Plattform nutzen.

Von der Theorie in die Praxis

Zurück im Spital Thun, Haus F, drittes Obergeschoss. Elsbeth Bulfon, Bildungsverantwortliche Pflege, bespricht mit ihrem Schützling die Abläufe der Blutentnahme. Dieses Mal war alles nur eine Übung. Die „Patientin" war eine Auszubildende, die sich freiwillig zur Verfügung gestellt hat. Neben der praktischen Arbeit im Spital verbringt Tamara jeweils einen Tag pro Woche in der Lernwerkstatt, wo pflegetechnische Eingriffe an Puppen oder Mitstudenten geübt werden. Dieser Lerntag gilt als Übergang zwischen der eher theoretischen Ausbildung des ersten Semesters und der Anwendung im Spital. Wie Blut entnommen wird, wie man mit Kanülen und Monovetten korrekt umgeht, das wurde Tamara bereits in den Lektionen am BZ Pflege vermittelt. Während des ersten Semesters hat sie im Rahmen des Lernbereichs Training und Transfer (LTT Schule) auch die praktische Anwendung erstmals geübt. Dann folgten erneute Übungen in der Lernwerkstatt und zuletzt die Praxis. „Bereits in den ersten Wochen des Praktikums durfte ich Spritzen setzen", sagt Tamara. Blutentnahme, Patiententransfers, Beratungsgespräche, Patienten mobilisieren, sie zu informieren, ihnen die Angst vor einem anstehenden Eingriff zu nehmen – all das gehört jetzt zu ihrem Arbeitsalltag. Ihre Erwartung, das Gelernte aus dem ersten Semester mit der Praxis zu verknüpfen, habe sich erfüllt. Zudem merke sie, dass sie mehr Verantwortung übernehmen könne: „Als FaBe war es ganz normal, dass ich Nachttischchen geputzt habe und vor allem als Unterstützung da war", sagt Tamara. „Jetzt kann ich pflegetechnische Verrichtungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Patientensituationen ganz alleine durchführen."

Lebenslanges Lernen

Am liebsten möchte Tamara Röthlisberger sofort ins Arbeitsleben einsteigen, so gut gefällt ihr das Praktikum. Aber sie weiss auch, dass sie noch lange nicht am Ende ihrer Ausbildung ist. Noch gibt es zahlreiche Arbeitsabläufe, Aufgaben und Hintergrundwissen, welche die angehende dipl. Pflegefachfrau HF nicht beherrscht. Es gilt noch viel zu lernen in Theorie und Praxis. „Da kommt einiges auf mich zu in den nächsten Semestern", ist sich Tamara sicher. „Aber deshalb habe ich mich ja auch für die Ausbildung entschieden: damit ich mich stetig weiterentwickeln kann."

 Impressionen

 

 

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Steckbrief

Name

Tamara Röthlisberger

Jahrgang

1992

Ausbildung

FaBe, Heim Sunnegg, Walkringen / Pflegefachfrau HF, Ausrichtung Langzeitpflege (seit 2014)

Zu Hause im Kanton

Bern

Herausforderung

Jeden Tag zur Arbeit kommen und nicht genau wissen, was einen erwartet.

Vorbild

Meine Zwillingsschwester, welche die verkürzte Ausbildung am BZ Pflege absolviert.

Schätzt am Standort Thun

Die familiäre Atmosphäre, die gute Betreuung durch die Lehrpersonen.

Zukunftspläne

Reisen, dann vielleicht auf der Intensivstation oder als Rettungssanitäterin arbeiten.

 

Tamaras Schlüsselmoment

 

Tamaras Schlüsselperson


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