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Sie mag es anspruchsvoll

​Für Valeria Pirelli ist es ein Schlüsselmoment, als sie im Nachdiplomstudium HF Intensivpflege Pädiatrie die Beatmungsmaschine verstehen lernt. Wesentlich dazu beigetragen hat Dozent und Pädiater Tom Riedel. Er sagt: «Verstehen zählt mehr als wissen.»

«Endlich!», sagt sich Valeria Pirelli, als das Modul «Respiratorisches System» auf dem Stundenplan steht. Die diplomierte Pflegefachfrau HF hat lange auf diese Lernsequenz gewartet, denn sie weiss: «Wenn ich mit der Beatmungsmaschine umgehen kann, wird sich in meinem Berufsalltag einiges ändern. Die Herausforderung dürfte nochmals steigen.» Valeria Pirelli arbeitet auf der pädiatrischen Intensivstation des Universitäts-Kinderspitals beider Basel. Zurzeit absolviert die 24-Jährige das Nachdiplomstudium HF Intensivpflege Pädiatrie. Als Dozent Tom Riedel im Unterricht die Theorie der maschinellen Beatmung erklärt, ist Valeria Pirelli voll und ganz bei der Sache. Sie begutachtet das Beatmungsbesteck, das unter anderem aus dem Inspirations- und dem Expirationsschlauch besteht. Und sie möchte das Verhältnis zwischen der maschinellen und der physiologischen Atmung begreifen lernen. Immer wieder stellt sie dem Dozenten gezielt Fragen.

Ein grosses Repertoire

Tom Riedel, der im NDS HF Intensivpflege die Verantwortung für die Pädiatriestunden hat, arbeitet hauptberuflich als Oberarzt der pädiatrischen Intensivbehandlung des Berner Inselspitals. Er hat ein grosses Repertoire und beantwortet die Fragen aller Teilnehmenden mit Engagement. «Mir ist es wichtig, dass die Studierenden verstehen, was in der konkreten Situation passiert», sagt der Fachmann. «Auch wenn er das Gleiche vier- bis fünfmal erläutern müsse.» Valeria Pirelli hat den Schulstoff richtiggehend aufgesogen – und dabei viel verstanden. Sie sagt: «Über die Beatmungsmaschine kann ich die Atmung eines Patienten steuern.» Diese Funktion sei mit Macht verbunden, aber vor allem mit einer grossen Verantwortung. Es ist für sie denn auch ein wichtiger Moment, als sie an ihrem Arbeitsplatz zum ersten Mal einen künstlich beatmeten Säugling betreuen darf. «Das ist Intensivpflege», kommentiert sie.

Ordnung in der Schublade

Das Modul «Respiratorisches System» dauert rund drei Wochen. Der Fokus auf die Pädiatrie ist auf wenige Tage begrenzt. Die Studierenden bewältigen in dieser Phase also ein dichtes Programm. «Wir haben zum Beispiel gelernt, bestimmte Normwerte spezifisch auf Kinder zu übertragen», erklärt Valeria Pirelli. Zwischen den einzelnen Unterrichtstagen gehen die Leute jeweils in die Praxis zurück und sammeln mit dem neu erworbenen Wissen Erfahrungen. «Dabei tauchen wieder neue Fragen auf», erklärt Tom Riedel. Für den Experten ist es eine Selbstverständlichkeit, darauf einzugehen und Antworten zu liefern, denn er ist überzeugt: «Man versteht eine Patientensituation erst dann wirklich, wenn man die richtigen Fragen stellt.» Die Studierenden wissen das zu schätzen: «Er ist flexibel – so macht der Unterricht Spass», sagt Valeria Pirelli. Dies gelte jeweils ganz besonders am Schluss eines Moduls. «Wenn unsere Schubladen mit Wissen vollgestopft sind, hilft er uns, wieder Ordnung zu schaffen.»

​Steckbrief Lehrperson

 

Name

Tom Riedel

Jahrgang

1968

Am BZ Pflege

Seit 2005 in der Funktion als Dozent, seit 2010 als ärztlicher Leiter im Nachdiplomstudium HF Intensivpflege Pädiatrie (NDS HF IPP)

Unterrichtet

Nahezu alle Pädiatriestunden im NDS HF IPP

Berufliche Tätigkeit

Oberarzt auf der Abteilung für pädiatrische Intensivbehandlung, Kinderklinik Inselspital

Ausbildung

Facharzt Kinder- und Jugendmedizin FMH, Facharzt Intensivmedizin FMH

Leidenschaft/Hobbys

Lungenphysiologie und wenn die Zeit reicht, etwas Sport

Mein Motto

Verstehen ist wichtiger als wissen. Ich erkläre die Dinge so lange, bis alle Studierenden verstanden haben. Ich bin für die Studierenden da, nicht sie für mich.