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Ganze Arbeit geleistet

Izabella Eggli steht kurz vor dem Abschluss des Nachdiplomstudiums HF Kardiologie als sich in ihrem Umfeld ein Todesfall ereignet. In dieser Situation leistet ihr Arbeitskollege ganze Arbeit: Mit Struktur und Ehrgeiz begleitet er sie zum Diplomabschluss.


Izabella Eggli bewältigt in ihrem Alltag ein dichtes Programm. Auf der Kardiologie des Spitalzentrums Biel begleitet die diplomierte Pflegefachfrau HF ihre Patientinnen und Patienten mit viel Fachwissen und voller Konzentration. Auch privat ist die zweifache Mutter engagiert in ihr Familienleben eingebunden. Um alles unter einen Hut zu bringen, brauche es Struktur und Organisation, meint die 49-Jährige. «Doch genau das ist nicht meine Stärke», fügt sie an. Das kommt zum Ausdruck, als sie für ihr Nachdiplomstudiums HF Kardiologie die Diplomarbeit verfassen muss. Izabella Eggli ist deshalb froh, dass ihr Arbeitskollege Thomas Minnig im Auftrag des BZ Pflege die Projekt-Begleitung übernimmt. «Wir arbeiten am Spitalzentrum Biel seit mehr als zehn Jahren eng zusammen», sagt sie. Thomas Minnig führt die Begleitung gerne aus, denn der diplomierte Experte NDS HF Intensivpflege weiss, «wie aufwendig es ist, eine Diplomarbeit zu verfassen». Doch dieser Fall wird anspruchsvoll.


In aufgewühltem Zustand

Im Rahmen des Nachdiplomstudiums hat Izabella Eggli die Aufgabe, an einem festgelegten Datum vor dem ganzen Team einen Vortrag zu halten. Am Vortag ereignet sich auf der Station ein trauriger Zwischenfall. Eine Patientin stirbt. «Es war eine Angehörige meiner Arbeitskollegin», schildert Izabella Eggli. «Wir waren sehr betroffen und aufgewühlt.» Dennoch muss die Studierende am nächsten Morgen vor das Team treten und referieren. Ein schwieriges Unterfangen, wie sie sagt: «Es lief überhaupt nicht gut und ich war am Boden zerstört.» Auch Thomas Minnig hat die Episode noch in Erinnerung. Im Anschluss habe er mit Izabella das Gespräch gesucht und die Situation analysiert, erklärt er. «Sein Feedback und die Hinweise auf bestimmte methodische Kriterien haben mir geholfen, sodass ich die Dinge rückblickend verstehen und einordnen konnte», sagt die diplomierte Pflegefachfrau. 


Beinahe an den Nagel gehängt

In den darauffolgenden Wochen vertieft sich die Studierende zunehmend ins Thema ihrer Diplomarbeit. «Ich habe mich der Beratung von Patienten mit einer Herzinsuffizienz gewidmet», erklärt sie. Um dem geplanten Projekt eine klare Linie zu geben, erarbeitet sie zusammen mit Thomas Minnig eine Disposition. Doch dann folgt ein schwerer Schlag: Izabella Egglis Mutter stirbt. «Das hat mich sehr mitgenommen und die Dinge sind mir zunehmend über den Kopf gewachsen», sagt sie. «Beinahe hätte ich die Weiterbildung an den Nagel gehängt.» In diesem Moment ist Thomas Minnig nicht nur fachlich, sondern auch menschlich gefordert. «Ich habe Izabella immer wieder motiviert und sie dazu angestossen, die Sache abzuschliessen.» Natürlich ging es ihm in erster Linie um die Verwirklichung der beruflichen Ziele seiner Kollegin – aber nicht nur: «Da ich zu dieser Begleitung Ja gesagt hatte, spürte ich auch einen gewissen Ehrgeiz.» Er habe ein Resultat sehen wollen. In dieser Phase leistet er ganze Arbeit und bietet seiner Kollegin die nötige Struktur, damit sie die Diplomarbeit trotz schwieriger Umstände zu einem Ende bringen kann. Das ist inzwischen Vergangenheit. Izabella Eggli hat das Nachdiplomstudium erfolgreich abgeschlossen und ist auf der Kardiologie für das Ressort «Herzinsuffizienz-Beratung» zuständig. Sie sagt: «Ich verdanke Thomas Minnig viel.»



Bezugsperson von Izabella Eggli


Name

Thomas Minnig


Jahrgang

1967


Arbeitgeber

Spitalzentrum Biel


Funktion

Diplomierter Experte Intensivpflege / Höfa I


Ausbildung

Kaufmännische Grundausbildung, diplomierter Pflegefachmann HF, NDS HF Intensivpflege, NDS HF Pflegeberatung / Höfa I


Werdegang

Diverse Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich, anschliessend Ausbildung zum diplomierten Pflegefachmann. Es folgte ein Jahr auf einer Bettenstation, dann die Weiterbildung zum diplomierten Experten Intensivpflege. Seit 1999 Anstellung auf der Intensivstation am Spitalzentrum Biel. 2011 folgte der Abschluss NDS Pflegeberatung.


Berufsbildung heisst für mich

In unserem Fachgebiet ist das Wissen schnelllebig. Wir lernen, mit stetigen Veränderungen umzugehen. Diese betreffen sowohl die Patienten als auch die Pflege- und Behandlungsmethoden. Berufsbildung ist somit wichtig, um à jour zu bleiben.


Was ich im Leben mag

Trips nach New York


Mein Motto

«Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.» (Benjamin Britten)