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Sie lässt sich spiegeln

​Claudia Haslebacher hat im Nachdiplomstudium HF Pflegeberatung ihre Selbstreflexion gestärkt. Besonders gefordert war sie im Kommunikationstraining mit einer Schauspielpatientin. Ausbildnerin Claudia Schmid Keiser hat der Studierenden den Spiegel hingehalten, damit sie sich wahrnehmen kann.

Beratungs- und Krisengespräche gehören für die diplomierte Pflegefachfrau HF Claudia Haslebacher zum Berufsalltag. Auf der Hämatologie und Onkologie des Berner Inselspitals begleitet sie Menschen, die eine Krebsdiagnose haben. Nebst medizinischem Know-how sind dabei psychosoziales Wissen und kommunikative Fähigkeiten gefragt. «Die Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen benötigen vielfältige Informationen, damit sie die Therapie und deren mögliche Nebenwirkungen verstehen und mit der Krankheit so gut wie möglich umgehen können», betont die 27-Jährige. Claudia Haslebacher hat deshalb ihr Wissen vertieft und das Nachdiplomstudium HF Pflegeberatung absolviert. Die Themen Kommunikation und Beratung sind ihr dabei nicht nur in theoretischer Form begegnet, sondern auch ganz praktisch – im Rahmen von Trainings mit Schauspielpatienten.

Der Patientin aktiv zuhören

Besonders prägend war für die diplomiere Pflegefachfrau HF eine Übungssituation, in der sie eine Schauspielpatientin mit Brustkrebs vor sich hatte, welche die Behandlung verweigerte. «Ich habe mich voll und ganz auf die Frau eingelassen, ohne zu wissen, wie sich die Situation entwickeln würde.» Das sei sehr herausfordernd gewesen, so Claudia Haslebacher. Dieses Lernsetting ermöglichte ihr, verschiedene Fragetechniken sowie das aktive Zuhören auszuprobieren. «Auch der Umgang mit Nähe und Distanz und der Einsatz der Körpersprache waren wichtige Themen», erklärt sie. Die Studierende stand während des Kommunikationstrainings unter Beobachtung: Ausbildnerin Claudia Schmid Keiser schaute zu – und zwar «mit 100-prozentiger Aufmerksamkeit», wie sie betont. Die Berufsschullehrerin analysierte die Intervention der Studierenden, um ihr anschliessend ein differenziertes Feedback geben zu können.

An der Haltung arbeiten

In dieser anspruchsvollen Situation habe Claudia Haslebacher kompetent gehandelt, findet die Berufsschullehrerin – und würdigt besonders deren Haltung: «Sie hat sich der Patientin gegenüber offen und zugewandt gezeigt, ohne ihre Einstellung zu verurteilen», so Claudia Schmid Keiser. Diese Empathie sei bei der krebskranken Frau angekommen und habe Vertrauen ausgelöst. Die Studierende weiss aus Erfahrung, wie wichtig eine neutrale Haltung den Patientinnen und Patienten gegenüber ist. Damit dies in der Beratung gelingt, ist ein hohes Mass an Selbstreflexion erforderlich. Diese Fähigkeiten hat sich Claudia Haslebacher im NDS HF Pflegeberatung etappenweise angeeignet: Vor allem dann, wenn ihr Ausbildnerinnen nach einer Trainingssequenz ein Feedback gaben, sah sich die Studierende darin gespiegelt. «Meine Wahrnehmung ist geschärft und ich handle bewusst», sagt sie. Ihre neu erworbene Kompetenz fliesst nun in die Praxis ein: Claudia Haslebacher beteiligt sich auf der Onkologie am Projekt Pflegeberatung und ist in die Gestaltung des neuen Edukationskonzept involviert.

​Steckbrief Lehrperson

 

Name

Claudia Schmid Keiser

Jahrgang

1965

Am BZ Pflege

Seit 2011 zu 60 Prozent im Bereich Weiterbildung

Unterrichtet

Im NDS Pflegeberatung und NDS Gesundheitsförderung und Prävention sowie im Diplomkurs für Berufsbildnerinnen.

Themenschwerpunkte

Kommunikation und Beratung, Motivierende Gesprächsführung, Berufsbildung, Gesundheitsförderung und Prävention

Ausbildung

Krankenschwester AKP, MAS Gesundheitsförderung und Prävention, Berufsschullehrerin NDS HF, Psychologische Beraterin IKP, Atemtherapeutin, Weiterbildung in Motivierender Gesprächsführung

Praxis

Langjährige Unterrichtstätigkeit in der Pflegeausbildung Diplomniveau 2 und an der HF Pflege

Privat

Verheiratet, ein erwachsener Sohn

Hobbys

Walken, joggen, wandern, Pilates, Yoga, gut essen und mit Freunden ein Glas Wein trinken, Garten, Reisen, Spiritualität

Mein Motto

Ich bin den Studierenden gegenüber empathisch und schaffe ein lernförderndes Klima. Im Rahmen des Erwachsenenlernens bringen sich die Teilnehmenden ein und bestimmen mit.