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Ein starkes Team

Eine Weiterbildung bringt und fordert viel. Umso wichtiger ist im Arbeitsalltag die Unterstützung des Teams. Die 29-jährige Claudia Haslebacher hat während des Nachdiplomstudiums HF Pflegeberatung erfahren, wie sich Interesse und Teilnahme positiv auf den Lernprozess auswirken. 


An diesem Morgen ist Claudia Haslebacher gefordert. Auf der onkologischen Bettenstation des Berner Inselspitals betreut sie einen Patienten, der aufgrund seiner Krankheit und der damit verbundenen Abhängigkeit niedergeschlagen ist. Die diplomierte Pflegefachfrau HF begegnet dem Mann mit Wertschätzung und wendet ihr kommunikatives Können an. «Ich wollte dem Patienten aufzeigen, dass er trotz seiner Krankheit noch viele Ressourcen hat», erklärt die 29-Jährige. Am Bett nebenan ist eine Berufskollegin mit der Pflege eines anderen Patienten beschäftigt. Aufmerksam nimmt sie die Intervention von Claudia Haslebacher wahr und beobachtet, wie sich die Stimmung des Patienten aufhellt. «Das hast du bewundernswert gemacht», meldet ihr die Kollegin später zurück. Claudia Haslebacher erinnert sich gerne an diese Episode. «Es war ein schöner Moment», sagt sie. Und er illustriert in gewisser Weise, welche Unterstützung die Pflegefachfrau während dem Nachdiplomstudium HF Pflegeberatung am Arbeitsplatz erfahren durfte. «Das Team hat sich für meine Weiterbildung interessiert», sagt sie. 


Die Mitarbeitenden profitieren

Dieser gute Teamgeist ist in erster Linie auf Monika Jucker zurückzuführen. Die Expertin Pflege mit Managementausbildung leitet die Abteilung seit zehn Jahren und hat klare Vorstellungen davon, wie man ein Team mit rund 40 Mitarbeitenden effizient führt: «Man sollte die Menschen ihren Fähigkeiten entsprechend einsetzen», betont Monika Jucker. Offensichtlich sind die beraterischen Fähigkeiten von Claudia Haslebacher aufgefallen, sodass man es sinnvoll fand, sie in diesem Bereich zu fördern. Die Abteilungsleiterin beobachtete denn auch mit Freude, wie die Anamnesen von Claudia Haslebacher im Lauf des NachdiplomstudiumsHF Pflegeberatung differenzierter wurden. Zudem passte die Studierende in Beratungsgesprächen mit Patienten und ihren Angehörigen ihr Verhalten individuell dem Gegenüber an und wurde im Auftreten sicherer. Auch das Team profitierte vom neu erworbenen Wissen von Claudia Haslebacher: «Am Rapport hat sie jeweils Rückfragen gestellt und so Zusammenhänge und neue Sichtweisen aufgezeigt», erklärt Monika Jucker.


Neues Diplom, neue Aufgaben

Für Berufskollegin Martina Dürrenmatt ist Claudia Haslebacher in erster Linie «ein grosses Vorbild.» Die beiden Pflegefachfrauen haben eine intensive Zeit miteinander verbracht. Während Martina Dürrenmatt auf der Abteilung ihr letztes Ausbildungspraktikum absolvierte, stand ihr Claudia Haslebacher als Berufsbildnerin zur Seite. Gemeinsam analysierten sie Patientensituationen und -interventionen und trainierten Kommunikationstechniken wie beispielsweise das aktive Zuhören. «Ihre Kompetenz ist beeindruckend», sagt Martina Dürrenmatt, die inzwischen als diplomierte Pflegefachfrau HF auf der Abteilung angestellt ist. Das Tandem hat auch bei Claudia Haslebacher Spuren hinterlassen: «Als Berufsbildnerin musste ich meine Gesprächsverhalten gegenüber den Patientinnen und Patienten noch stärker als üblich reflektieren, was sich positiv auf meine Weiterbildung ausgewirkt hat», sagt sie. Mit dem neu erworbenen Diplom qualifiziert sich die Expertin Pflege nun für Spezialaufgaben. Seit einem halben Jahr arbeitet sie zu 40 Prozent an einem Projekt für Patienten mit autologer Stammzellentransplantation mit. Sie begleitet dieBetroffenen vor, während und nach der Therapie und sorgt für eine bestmögliche Information sowie reibungslose Übergänge zwischen den verschiedenen Schnittstellen.


Bezugspersonen von Claudia Haslebacher


Name

Monika Jucker


Jahrgang

1967


Arbeitgeber

Inselspital Bern


Funktion

Stationsleitung


Ausbildungen

Krankenpflege FASRK, kaufmännischer Grundkurs, Weiterbildung in bio-psycho-sozialer Medizin und Krankenpflege, Abschluss DN II, Praktikumsbegleitung, HöFa I mit Schwerpunkt Onkologie, Leadership in Gesundheitsinstitutionen SVF-ASFC, Management in Gesundheitsinstitutionen SVF-ASFC, Lehrgang Hämato-Onkologiepflege


Werdegang

Pflegefachfrau FASRK in verschiedenen Pflegeheimen, Pflegefachfrau FASRK/DN II auf der Abteilung Rehabilitation und Psychosomatik, seit 2001 auf einer Abteilung der onkologischen Bettenstation im Inselspital tätig – dort seit 2007 Stationsleiterin


Berufsbildung heisst für mich

Gewappnet sein für die spannenden, neuen Herausforderungen und Veränderungen des Berufsalltags


Was ich im Leben mag

Freunde, Garten, Metallarbeiten, Krimi, Kochen, Reisen


Mein Motto

Liebe es, ändere es oder akzeptiere es



Name

Martina Dürrenmatt


Jahrgang

1994


Arbeitgeber

Inselspital Bern


Funktion

Diplomierte Pflegefachfrau HF


Werdegang

Erstberuf als Medizinische Praxisassistentin, danach Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau HF, seit September 2015 als Studierende und seit April 2016 als dipl. Pflegefachfrau HF auf der onkologischen Bettenstation im Inselspital tätig


Berufsbildung heisst für mich

Miteinander und voneinander lernen


Was ich im Leben mag

Zeit mit Familie und Freunden verbringen und diese Momente bewusst geniessen


Mein Motto

Alles im Leben hat seinen Grund, auch wenn man diesen auf den ersten Blick nicht erkennen kann / will